Eine praktische Erfindung. Keine Warteschlangen, keine betäubten Postbeamten, keine Öffnungszeiten. Davon bin ich überzeugt, d.h. ich war es - bis zu jenem überraschenden Anruf meines Bruders neulich.
Es begab sich nämlich, dass ich ein Paket an die Packstation liefern ließ. Wie schon oft, weil ich es ja viel praktischer finde, zur Postagentur um's Eck zu gehen, als mit orangefarbenen Benachrichtigungsscheinchen zum nächstgelegenen Postamt am Bahnhof zu fahren, um sich dann in eine Schlange einzureihen... usw (man kennt das Spiel). Gerade als ich wegen Fälligkeit beim Verkäufer mal nachfragen wollte, wo denn das Paket bleibt, klingelte mein Telefon.
Mein Bruder aus München war dran (und jetzt wirds etwas unheimlich). Er wurde nämlich an jenem Tag von einem seiner Kollegen angesprochen: Ob er einen Bruder namens Stefan habe. Ja, habe er. Das sei gut, denn er (der Kollege, der in Augsburg wohnt, aber in München arbeitet) habe am Vortag ein Paket aus der Packstation geholt. Und da lag noch ein zweites Paket in dem Fach. Und das war an "Stefan R." adressiert!
Bitte, was muss passieren, dass in dieser hochtechnisierten, computergesteuerten Welt ein Paket im falschen Fach landet, wo die doch einzeln gescannt werden. Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses falsche Fach von einem geöffnet wird, der 100 Km entfernt einen Arbeitskollegen hat, dessen Bruder das verirrte Paket gehört?
Finstere Mächte, ich sags euch! ![]()
Der freundliche Kollege hat übrigens zunächst das Paket zum Postamt gebracht, weil wir das für einfacher hielten, als einen Termin zur Übergabe zu vereinbaren. Dort wurde ihm jedoch beschieden, dass man es nur an den Absender zurückschicken könne. Denn mit der Packstation hat die Post ja ü-ber-haupt-nichts zu tun.
- Wir haben es dann doch persönlich übergeben.

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