Die letzte Nacht war mehr als beschissen.

Weil ich hundemüde war, ging ich zur Unzeit ins Bett, nämlich schon weit vor 22 Uhr. Ich schlief gleich ein, hatte jedoch im Vorfeld vergessen, dass vor 23 Uhr in unserem Haus nicht mit Ruhe zu rechnen ist. Nun habe ich auch noch einen extrem leichten Schlaf (der Radiowecker meines Nachbarn z.B. weckt auch mich jeden Morgen), so dass klar war, dass es nicht lange dauern würde... Es reichten also die normalen Alltagsgeräusche (ein kleiner Streit, 3 mal Türenschlagen, der griechische Krimi unten, das schreiende Kleinkind drüben und mehrere heruntergefallene Gegenstände irgendwo im Haus), mich wach zu kriegen. Gegen 23 Uhr konnte ich abermals einschlafen.

Dann kam der Muck. Er flog mich wieder und wieder an, ohne aber zu landen und mein Blut zu saugen. Nun bin ich bekanntlich geräuschempfindlich und habe einen leichten Schlaf. Aber nichts macht mich wacher und stresst mich mehr als der Mückensound. Da tausche ich kleine Streite, x mal Türenschlagen, griechische Krimis unten, schreiende Kleinkinder drüben und mehrere heruntergefallene Gegenstände irgendwo im Haus von drei griechischen Nachbarn mit Handkuss dagegen ein!

Ich bekam ihn nicht zu fassen. Weder half der Decke-über-den-Kopf-Zieh-Trick noch die Umlenkung des Quälgeistes per Licht ins Wohnzimmer. Irgendwann rieb ich mich mit Mückenöl ein, das mag so gegen 3 Uhr gewesen sein. Der einzige Effekt jedoch war, dass das Vieh seine Landeanflüge früher abbrach. Nur ein einziges Mal bekam ich ihn zu Gesicht, aber nach zwei Klatschern war er wieder mit Tarnkappe unterwegs. Obwohl ich nicht sicher war, dass eine Landung auf meiner Backe Wange erfolgt war, schlug ich mich in dieser Nacht mehrmals selbst ins Gesicht. Um 5.30 uhr stand ich auf. Gerädert, gedemütigt, vorgeführt von einer kleinen Mücke.

Als ich eben heimkam, hing das Biest an meiner Zimmerdecke, keine 10 Zentimeter von seinem Kameraden entfernt. Der Kampf war deutlich kürzer als letzte Nacht. Und jetzt sind wir beide matschig.